Rechner für Antrittsprämien
Berechnen Sie den Nettowert eines Antrittsbonus.
Leitfaden zu Antrittsprämien
Was ist eine Antrittsprämie?
Ein Signing-Bonus ist ein einmaliger Geldbetrag, der neuen Beschäftigten bei Vertragsunterzeichnung angeboten wird. Er ergänzt das Gehalt und soll Kandidatinnen und Kandidaten für das Angebot gewinnen. Üblich sind 5-20 % des Jahresgehalts, bei hoch qualifizierten Fachkräften aber auch deutlich mehr.
Besteuerung der Prämie
Ein Signing-Bonus gilt als Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit und unterliegt der üblichen Besteuerung sowie den Sozialabgaben. In den USA zählt er zum regulären Einkommen und wird progressiv besteuert. In Polen fließt er im Jahr der Auszahlung in die Bemessungsgrundlage ein. Wer vor Ablauf der vereinbarten Frist kündigt, muss den Bonus möglicherweise ganz oder teilweise zurückzahlen.
Verhandlung der Prämie
Scheuen Sie sich nicht zu verhandeln. Recherchieren Sie vorab die marktüblichen Sätze für Ihre Position und Region. Stellen Sie in der Verhandlung Ihre Erfolge und besonderen Qualifikationen heraus. Haben Sie andere Angebote, erwähnen Sie diese (ohne konkrete Beträge zu nennen). Denken Sie daran: Der Bonus lässt sich unabhängig vom Grundgehalt verhandeln.
Amortisation und Risiko
Wenn Sie einen frühen Wechsel planen, senkt die zeitliche Verteilung den Bonuswert pro Jahr. Bei 20 000 Bonus und erwarteten 2 Jahren sind das 8000 jährlich – nach Steuern deutlich weniger. Gehen Sie nach einem Jahr, haben Sie tatsächlich nur die Hälfte erhalten. Lesen Sie den Vertrag stets durch und prüfen Sie vor der Unterschrift die Rückzahlungsbedingungen.
Ein Antrittsbonus von 10.000 verliert gegen 6.000 mehr Grundgehalt ab Monat achtzehn
Ein Antrittsbonus wird einmal gezahlt. Das Grundgehalt wird jedes Jahr gezahlt, und jede künftige Erhöhung ist ein Prozentsatz davon. Im ersten Jahr verglichen wirkt der Bonus entscheidend; über die Zeit verglichen, die Sie tatsächlich bleiben, zeigt sich das Gegenteil — und der Abstand wächst, statt sich zu schließen.
So wird gerechnet
- Addiert einen einmaligen Bonus zum Gehalt des ersten Jahres und vergleicht ihn über mehrere Jahre mit einem höheren Grundgehalt.
- Verzinst jährliche Erhöhungen auf dem Grundgehalt jedes Angebots — dort entsteht der Unterschied.
- Findet den Kreuzungspunkt: den Monat, ab dem das höhere Grundgehalt den Bonus endgültig überholt hat.
Angebot mit Bonus, Jahr n = Grundgehalt × (1 + Erhöhung)^(n−1) + (Bonus wenn n = 1) Angebot mit höherem Grundgehalt, Jahr n = Grundgehalt × (1 + Erhöhung)^(n−1) Erhöhungen verzinsen sich auf dem Grundgehalt: der Bonus wächst nie, die Lücke immer
Rechenbeispiel
Angebot A zahlt 70.000 plus 10.000 Antrittsbonus. Angebot B zahlt 76.000. Beide geben 5% jährliche Erhöhung.
- Jahr 1 — A: 80.000, B: 76.000, A liegt 4.000 vorn
- Jahr 2 — A: 73.500, B: 79.800, kumuliert liegt A nun 2.300 zurück
- Jahr 3 — kumuliert A 230.675, B 239.590, 8.915 zurück
- Jahr 4 — kumuliert A 311.709, B 327.570, 15.861 zurück
Der Bonus gewinnt etwa achtzehn Monate und verliert dann dauerhaft. Im vierten Jahr liegt das höhere Grundgehalt weiter vorn, als der Bonus je wert war, weil 5% von 76.000 jedes Jahr 5% von 70.000 schlagen.
Das Ergebnis lesen
- Antrittsboni tragen meist eine Rückzahlungsklausel: Gehen Sie binnen zwölf oder vierundzwanzig Monaten, zahlen Sie ganz oder teilweise zurück, oft brutto, obwohl Sie netto erhalten haben. Lesen Sie die Klausel, bevor Sie das Geld als Ihres betrachten.
- Ein großer Bonus auf niedrigem Grundgehalt ist manchmal ein Signal, dass das Grundgehalt unter der eigenen Bandbreite liegt und man das weiß. Den Bonus in Grundgehalt umzuwandeln ist eine vernünftige Bitte und kostet mehr — genau deshalb ist eine Absage aufschlussreich.
- Das Grundgehalt bestimmt außerdem Rentenbeiträge, Überstundensätze, Abfindungen und die Erwartungen des nächsten Arbeitgebers. Der Bonus bestimmt nichts davon.
- Ein Bonus ist wirklich besser, wenn Sie wissen, dass Sie bald gehen, wenn Sie jetzt Geld für einen Umzug brauchen, oder wenn das Unternehmen riskant genug ist, dass Geld heute ein Versprechen über Jahr drei schlägt.
Häufige Fragen
- Also immer das höhere Grundgehalt nehmen?
- Nehmen Sie das höhere Grundgehalt, sofern kein konkreter Grund dagegen spricht — ein zu finanzierender Umzug, hochverzinste Schulden oder echte Zweifel am Fortbestand der Firma. Die Voreinstellung ist Grundgehalt, weil es sich verzinst und der Bonus nicht.
- Kann ich beides verlangen?
- Fragen können Sie, und der nützliche Rahmen ist ein Tausch: Bieten Sie an, einen Teil des Bonus gegen eine dauerhafte Erhöhung des Grundgehalts aufzugeben. Dieser Tausch kostet den Arbeitgeber langfristig mehr — die Bereitschaft dazu verrät, wie sehr man Sie will.