Vergleichen Sie Miet- und Kaufkosten.
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Mieten oder kaufen — und warum es knapper ist, als es aussieht
Kaufen wirkt offensichtlich besser, weil Miete Geld ist, das man nie wiedersieht. Doch ein großer Teil einer frühen Kreditrate sind Zinsen — ebenfalls Geld, das man nie wiedersieht — und das Eigenkapital hätte anderswo arbeiten können. Ehrlich gerechnet liegen beide Seiten meist nah beieinander.
So wird gerechnet
- Summiert die tatsächlichen Monatskosten des Eigentums: Rate, Instandhaltung, Versicherung und Steuer.
- Vergleicht sie mit der Miete zuzüglich der Rendite, die das Eigenkapital anderswo erzielt hätte.
- Trennt den Teil der Rate, der Vermögen aufbaut, von dem Teil, der reine Kosten sind.
Eigentum = Rate + Instandhaltung + Versicherung + Steuer Miete = Miete + Opportunitätskosten des Eigenkapitals von der Rate ist nur der Tilgungsanteil Sparen; der Zinsanteil ist Kosten, genau wie Miete Faustregel Instandhaltung: 1% des Immobilienwerts pro Jahr
Rechenbeispiel
Eine Immobilie für 400.000 mit 20% Eigenkapital, 5% über 25 Jahre, gegen eine vergleichbare Miete von 1.500 im Monat.
- Eigenkapital 80.000, Darlehen 320.000
- Monatsrate = 1.871
- Instandhaltung bei 1% jährlich = 333 im Monat
- Gesamtkosten Eigentum = 2.204 im Monat gegen 1.500 Miete
- in den ersten fünf Jahren: 75.698 Zinsen und 36.543 Tilgung
Eigentum kostet 704 mehr im Monat. Von den 112.241, die in fünf Jahren in den Kredit fließen, werden nur 36.543 zu Vermögen — der Rest sind Zinsen, so verloren wie Miete. Zugleich wären die 80.000 Eigenkapital anderswo bei 5% um rund 22.103 gewachsen.
Das Ergebnis lesen
- Nur der Tilgungsanteil einer Rate ist Sparen. Im ersten Jahr des Beispiels sind 1.333 der 1.871 Rate Zinsen. Die gesamte Rate gegen die Miete zu stellen schmeichelt dem Kauf enorm.
- Das Eigenkapital hat Opportunitätskosten. 80.000 im Haus sind 80.000 nicht investiert, und über fünf Jahre bei 5% sind das rund 22.000 entgangene Rendite — reale Kosten, die nie auf einem Kreditauszug auftauchen.
- Transaktionskosten bestrafen kurze Haltedauern. Grunderwerbsteuer, Notar, Gutachten und Maklergebühr beim Verkauf summieren sich häufig auf 5–8% des Preises. Kaufen und binnen drei Jahren verkaufen verliert oft Geld, egal wohin die Preise laufen.
- Über das Ergebnis entscheidet die Preisentwicklung, und die kennt niemand im Voraus. Die ehrliche Fassung dieser Rechnung zeigt das Ergebnis unter mehreren Wachstumsannahmen, statt eine auszuwählen.
Häufige Fragen
- Ist Miete wirklich rausgeworfenes Geld?
- Nicht mehr als Kreditzinsen es sind. Im Beispiel betragen allein die Zinsen im ersten Jahr 1.333 im Monat — nahe an der Miete von 1.500. Was Mieten Sie tatsächlich kostet, ist das Vermögen, das Sie aufgebaut hätten: in fünf Jahren 36.543, nicht die vollen gezahlten 112.241.
- Wie lange muss ich bleiben, damit Kaufen gewinnt?
- Meist fünf Jahre oder mehr, weil Transaktionskosten von 5–8% erst wieder hereingeholt werden müssen, bevor Eigentum überhaupt einen Vorteil zeigt. Der genaue Break-even hängt stark von der Preisentwicklung ab — genau der Zahl, die Ihnen niemand zusagen kann.