Schätzen Sie, wann sich eine Solaranlage amortisiert und was sie über ihre Lebensdauer einbringt.
Was die Solar-Amortisation bestimmt
Der wichtigste Faktor ist, wie viel der eigenen Produktion Sie tatsächlich selbst verbrauchen. Selbst verbrauchter Strom ersetzt Strom, den Sie zum vollen Endkundenpreis gekauft hätten, während eingespeister Überschuss meist deutlich geringer vergütet wird. Wäsche, Spülmaschine und Autoladen in die Tagesstunden zu verlegen verkürzt die Amortisation daher stärker als zusätzliche Module.
Module verlieren jährlich etwas Leistung, meist rund 0,5%, und ein Wechselrichter muss in 25 Jahren in der Regel einmal ersetzt werden. Diese Schätzung hält den Ertrag konstant und lässt den Austausch außer Acht – sehen Sie die Amortisationszeit daher als optimistische Basis und prüfen Sie die Zahlen mit einem Angebot für Ihr Dach.
Die Modulzahl zu verdoppeln bringt kaum etwas. Den Eigenverbrauch zu verdoppeln schon
Die Amortisation einer Solaranlage wird meist als Frage der Anlagengröße verkauft, doch die Rechnung sagt anderes. Selbst genutzter Strom ist den Endkundenpreis wert, eingespeister nur einen Bruchteil davon. Deshalb bewegt der Anteil, den Sie vor Ort verbrauchen, die Amortisation weit stärker als die Zahl der Module auf dem Dach.
So wird gerechnet
- Schätzt den Jahresertrag aus Anlagengröße und örtlichem spezifischem Ertrag.
- Bewertet selbst verbrauchten und eingespeisten Strom getrennt, weil beide sehr unterschiedlich viel wert sind.
- Teilt die Investitionskosten durch den Jahresnutzen und nennt die Amortisationszeit in Jahren.
Ertrag = kWp × Jahresertrag je kWp
Jahresnutzen = Ertrag × Eigenverbrauch × Endkundenpreis
+ Ertrag × (1 − Eigenverbrauch) × Einspeisevergütung
Amortisation = Investitionskosten ÷ JahresnutzenRechenbeispiel
Eine 6-kWp-Anlage für 12.000, Ertrag 1.000 kWh je kWp, Endkundenpreis 0,30 und Einspeisung 0,08.
- Ertrag: 6 × 1.000 = 6.000 kWh im Jahr
- bei 30% Eigenverbrauch: 1.800 kWh × 0,30 + 4.200 kWh × 0,08 = 876
- Amortisation: 12.000 ÷ 876 = 13,7 Jahre
- bei 60% Eigenverbrauch: 3.600 × 0,30 + 2.400 × 0,08 = 1.272 → 9,4 Jahre
Den Eigenverbrauch von 30% auf 60% zu heben verkürzt die Amortisation um 4,3 Jahre, ohne ein einziges Modul hinzuzufügen. Die Anlage stattdessen zu verdoppeln — 12 kWp für 22.000 bei denselben 30% — verbessert sie nur auf 12,6 Jahre.
Das Ergebnis lesen
- Eigenverbrauch ist ein Zeitproblem, kein Hardwareproblem. Spülmaschine, Waschmaschine und Warmwasser mittags statt abends laufen zu lassen kostet nichts und verschiebt die Zahl sofort.
- Das ist auch das ehrliche Argument für einen Speicher: Er erhöht den Eigenverbrauch, nicht den Ertrag. Ob er sich rechnet, hängt davon ab, ob die erkaufte Verbesserung seine eigenen Kosten über seine eigene Lebensdauer übersteigt — eine eigene Rechnung, oft knapp.
- Der Ertrag hängt stark von Breitengrad, Ausrichtung und Verschattung ab. Rund 1.000 kWh je kWp passt für Mitteleuropa; Südspanien nähert sich 1.500, Schottland liegt eher bei 800 — dieselbe Anlage amortisiert sich also über sehr verschiedene Zeiträume.
- Module altern langsam, etwa 0,5% im Jahr, während Strompreise historisch schneller steigen. Beides gleicht sich teilweise aus, doch eine mit heutigem Tarif gerechnete Amortisation ist eher konservativ als optimistisch.
Häufige Fragen
- Soll ich die größte Anlage bauen, die aufs Dach passt?
- Nur wenn Sie den Ertrag nutzen können. Jenseits Ihrer Eigenverbrauchskapazität verdient jedes zusätzliche Modul die Einspeisevergütung — hier unter einem Drittel des Endkundenpreises —, die Grenzamortisation dieser Module ist also deutlich schlechter als die der ersten.
- Wie hebe ich den Eigenverbrauch günstig?
- Flexible Lasten in die Tagesstunden verschieben. Zeitschaltuhren an Spülmaschine, Waschmaschine und Warmwasserspeicher kosten fast nichts und können den Eigenverbrauch um zweistellige Prozentpunkte heben — mehr wert als mehrere zusätzliche Module.