Berechnen Sie, wie viele Fliesen und Pakete Sie für Boden oder Wand brauchen – inklusive Verschnitt.
Die Fliesenmenge richtig bestimmen
Gehen Sie von der zu belegenden Fläche aus, teilen Sie sie durch die Fläche einer Fliese und rechnen Sie dann Verschnitt hinzu. Zehn Prozent sind bei einem einfachen rechteckigen Raum in gerader Verlegung üblich; bei diagonaler Verlegung oder Fischgrät sowie bei vielen Ecken und Aussparungen sollten es fünfzehn bis zwanzig sein, denn jeder Schnitt hinterlässt einen unbrauchbaren Rest.
Kaufen Sie alle Fliesen auf einmal und achten Sie darauf, dass die Pakete dieselbe Chargennummer tragen: Die Farbe schwankt zwischen Produktionsläufen leicht, und ein später gekauftes Paket kann sichtbar abweichen. Ein Reservepaket nach getaner Arbeit lohnt sich für spätere Reparaturen, da ausgelaufene Serien schwer nachzukaufen sind.
Einen Zentimeter breiter, und derselbe Raum braucht 27 Fliesen mehr
Ein Raum von 3,60 mal 4,20 Metern nimmt exakt 168 Fliesen zu 30 cm und keinen einzigen Schnitt — beide Maße gehen glatt auf. Machen Sie daraus 3,61 mal 4,21, und Sie brauchen 195 Fliesen und 27 Schnitte, denn ein Streifen von drei Millimetern kostet trotzdem eine volle Reihe und eine volle Spalte. Fliesenzahlen steigen nicht gleichmäßig mit der Fläche; sie springen bei jedem Vielfachen.
So wird gerechnet
- Zählt Fliesen nach Reihe und Spalte statt durch Flächenteilung — davon hängen die Schnitte ab.
- Trennt ganze von geschnittenen Fliesen, denn die geschnittenen treiben Arbeit und Verschnitt.
- Ergänzt einen zum Verlegemuster passenden Verschnittzuschlag und rechnet in Pakete um.
Spalten = ⌈Raumbreite ÷ Fliesenbreite⌉ Reihen = ⌈Raumlänge ÷ Fliesenlänge⌉ Fliesen = Spalten × Reihen ganze Fliesen = ⌊Breite ÷ Fliese⌋ × ⌊Länge ÷ Fliese⌋ geschnittene = Fliesen − ganze Fliesen Verschnitt: gerade 10%, diagonal 15%, Fischgrät 20%
Rechenbeispiel
Dieselbe 30-cm-Fliese in vier nur geringfügig verschiedenen Räumen.
- 3,30 × 4,20 m → 11 × 14 = 154 Fliesen, 0 Schnitte
- 3,60 × 4,20 m → 12 × 14 = 168 Fliesen, 0 Schnitte
- 3,40 × 4,20 m → 12 × 14 = 168 Fliesen, 14 Schnitte
- 3,61 × 4,21 m → 13 × 15 = 195 Fliesen, 27 Schnitte
Ein Zentimeter je Richtung macht aus einer schnittfreien Arbeit 27 zu schneidende Fliesen und 27 zusätzlich gekaufte. Die Fläche wuchs um weniger als ein halbes Prozent, die Fliesenzahl um 16%.
Das Ergebnis lesen
- Messen Sie den Raum vor der Bestellung sauber, denn diese Rechnung ist eine Treppenfunktion. 3,61 im Bestellformular auf 3,6 abzurunden ist genau die Annahme, die Ihnen am letzten Tag eine Spalte fehlen lässt.
- Der Verschnittzuschlag kommt auf die gezählten Fliesen obendrauf, nicht an ihre Stelle. Gerade Verlegung will rund 10%, diagonale 15% und Fischgrät 20% — jeder schräge Schnitt erzeugt einen Rest, der nirgends sonst passt.
- Für denselben gerade verlegten Raum werden aus 168 Fliesen 185 bei 10%, 194 bei 15% und 202 bei 20%. Das gewählte Muster kostet im Material mehr, als die meisten einplanen, noch vor jedem Unterschied bei der Arbeit.
- Bestellen Sie ganze Pakete und heben Sie die Reste auf. Fliesen entstehen chargenweise mit leichten Farbunterschieden, ein zwei Jahre später gekaufter Ersatz passt also selten — die Reste aus dem Originalpaket sind die einzige exakte Übereinstimmung, die Sie je haben werden.
Häufige Fragen
- Warum nicht einfach die Bodenfläche durch die Fliesenfläche teilen?
- Weil das die Schnitte ignoriert. Ein Raum von 3,61 mal 4,21 m hat 15,2 m², nach Fläche also 169 Fliesen; in Reihen und Spalten ausgelegt braucht er 195. Der Unterschied sind die Teilreihe und die Teilspalte, die jeweils ganze Fliesen verbrauchen.
- Wie viel Verschnitt soll ich aufschlagen?
- Rund 10% bei gerader Verlegung, 15% diagonal und 20% bei Fischgrät. Der Wert steigt mit der Zahl der schrägen Schnitte und nicht mit der Fläche, weshalb ein komplexes Muster in einem kleinen Raum anteilig mehr verschneiden kann als ein einfaches in einem großen.